Redebeitrag – Für ein sozial durchmischtes und bezahlbares Rostock!

REDEBEITRAG EINER ROSTOCKERIN AUF DER „WOHNRAUM FÜR UNS ALLE“-DEMO AM 24.11.18

Das Motto der Demonstration lautet: „Wohnraum für uns alle!“ und wenn von „für uns alle“ gesprochen wird, dann sind auch wirklich alle Bewohner_innen der Stadt Rostock, mit eingebunden Menschen mit geringen Einkommen, der ökonomisch schwächeren Klasse, mit eingebunden die knapp 13.000 Studierenden, mit eingebunden Menschen mit Migrationshintergrund, gemeint. Damit wird auch gemeint, dass wir an dem Ideal einer sozial durchmischten Stadt Rostock festhalten, die bezahlbare Wohnungen schafft.
Das Wohnen, abgesehen davon, dass es ein Menschenrecht ist, ist zur drängenden sozialen Frage geworden. Zu einer sozialen Frage deshalb, weil das Verdrängen der in prekären Verhältnissen lebenden Menschen in die sogenannten Ghettos, die Möglichkeiten der sozialen Teilhabe senkt und, weil sozial marginalisierte Personen, die sich ihren Wohnort nicht selbst aussuchen dürfen, sich in einem Kreislauf der Ausgrenzung befinden.
Denn die Wohnortwahl ist nicht jedem freigestellt, da selbst der Wohnungsmarkt von Diskriminierungsmechanismen durchzogen wird. Dazu zählt auch, dass der „ausländische“ Nachname bereits Grund genug dafür sein kann, die erwünschte Wohnung im erträumten Stadtteil nicht bekommen zu dürfen – und wenn Religionszugehörigkeit noch eine Rolle spielt, stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Wohnungssuche umso schlechter. Ja, selbst die WIRO fragt bereits am Telefon nach der Nationalität.
Im Vergleich zu der KTV, wo es verschiedene Zusammenkunftsorte gibt, mangelt es in den Randbezirken, in den Plattenbausiedlungen an Begegnungzentren, welche einzelne Viertel lebhafter machen. Es mangelt in Schmal an Kindertagesstätten, es mangelt in Lichtenhagen an Möglichkeiten, in denen die Lebenswelten zusammentreffen können, ganz gleich sieht es beispielsweise in Toitenwinkel aus.
Hinzu kommt, dass die Ktv nicht bloß „das Szeneviertel“ ist, es ist eine nazifreie Zone – was auch so bleiben wird – was wir aber weiterhin von den sogenannten Ghettos nicht behaupten können, wo sich weiterhin getraut wird „Support 81“ Jacken zu tragen und Menschen mit Migrationshintergrund beim bloßen Passieren des Warnowtunnels rassistisch motivierten körperlichen Überfällen ausgesetzt sind.
Der ungleichen Verteilung in der Stadt Rostock entgegenzuwirken bedeutet auch, die Gefahr der Gentrifizierung anzuerkennen, dass in diesen Straßen, die Mieten steigen, weil die KTV als „das hippe Viertel“ gilt und, weil der Wohnort allmählich zum Stigma wird und, weil es Platz in den Plattenbaugebieten gibt, aber solange dort nicht mehr Leben ist, man dort nicht leben mag.
Deswegen lasst uns unser Rostock von der Innenstadt bis hin zum Plattenbau für uns vereinnahmen und für ein sozial durchmischtes, bezahlbares Rostock durch die Straßen ziehen und nebenbei jedes Viertel zu einer nazifreien Zone gestalten.


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