Redebeitrag einer von Verdrängung betroffenen Hausgemeinschaft in der KTV

REDEBEITRAG VON STEPHAN AUF DER „WOHNRAUM FÜR UNS ALLE“-DEMO AM 24.11.18

Hallo, ich bin Stephan und Mitglied einer ehemaligen Hausgemeinschaft der KTV.
Das Haus wurde gemeinschaftlich seit den frühen 90ern bewohnt.
Was uns im letzten Jahr passiert ist, geschieht hier im Viertel zurzeit ständig und kann jede*n einzelne*n treffen.
Höhere Mieten, Eigentümer*innenwechsel, teure Sanierung verstärken den sozialen Druck auf eingesessene Bewohner und erzeugen Verdrängung.
Wir wollen euch an unseren Erfahrungen teilhaben lassen und gleichzeitig Mut machen sich zu organisieren, solidarisch zu sein und sich zu wehren.

Zuletzt lebten in dem Haus mehrere Generationen zwischen 0 und 45 Jahren. Bis zu 9 Erwachsene und vier Kinder teilten sich Küche, zwei Bäder, Garten und eine X-Box. Das Leben im Haus war mal mehr und mal weniger harmonisch, doch niemals langweilig. Im Haus lebten Ärzte, Künstler, Hartz.4-EmpfängerInnen, Studierende und Angestellte zusammen, teilten Mahlzeiten und alltägliche Freuden, Kummer und die ein oder andere Flasche Bier.

Zur Geschichte
Das Haus war anfangs besetzt.
Dann ist Mitte der 90er ist eine neue Eigentümerin auf den Plan getreten. Von den damaligen Bewohnern wurde ein Mietvertrag ausgehandelt.
Der Verdrängungsprozess begann mit Sanierungen im Haus.
Diese hatten vor allem den Zweck den Verkaufswert des Hauses zu steigern.

Daraufhin folgte logischerweise die für 2008/2009 geplante Entmietung.
Einer der Bewohner, der als Ansprechpartner für die Vermieterung zuständig war, bekam eine bestimmte Geldsumme angeboten, wenn dieser den Auszug aller anderen einleitet.
Dieser Versuch die Hausgemeinschaft zu spalten wurde abgelehnt und gemeinschaftlich mithilfe des Mieterschutzbundes wurde die Entmietung vereitelt.
Daraufhin folgten zähe Verhandlungen und neuer Mietvertrag

Es hat sich gelohnt als Gruppe zusammenzustehen.
Wir waren erfolgreich, weil wir uns professionelle Unterstützung geholt haben.
Wir waren bereit um unser Zuhause zu kämpfen, obwohl es auch unangenehm sein kann.

10 weitere Jahre konnten wir relativ zufrieden und entspannt dort leben.
Leute kamen, Leute gingen. Der Mietvertrag blieb der Gleiche.

Im Sommer 2017 gab es erneut die Information, dass die Vermieterin das Haus veräußern will.
Angebote der Bewohner*innen das Haus selber zu kaufen wurden von der Vermieterin nicht ernst genommen und mehrfach abgelehnt.

Erneut wurde eine Entmietung geplant.
Erneut wurde der Ansprechpartner unter Druck gesetzt.
Erneut wurden Geldsummen angeboten.
Erneut wurde versucht die Hausgemeinschaft mit Geldanreizen zu spalten.

Nach dem Verkauf an eine GmbH des Hauses ging alles ziemlich rasant. Innerhalb eines halben Jahres wurde massiver Druck aufgebaut.
Eine Flut von Abmahnungen mit den skurillsten Forderungen und Anschuldigungen erreichte die Bewohner*Innen.
Nervige Anrufe, Droh-Nachrichten über Messenger.
Androhungen, die Haustür gewaltsam zu öffnen und zum Abschluss eine Räumungsklage setzten unserer Gemeinschaft massiv zu.

So kam es, dass die ersten Mitbewohner*innen aufgrund des Druckes unsicher wurden und schließlich ihren Auszug planten und es auch für die Verbliebenen immer schwerer wurde das Haus zu halten.

Nach zähen monatelangen Verhandungen wurde ein Aufhebungsvertrag geschlossen.
Abfindung gegen Auszug.

Auf die Zahlung dieser Abfindung warten die Mieter*innen noch heute.

Daran könnt ihr sehen, wie wichtig es ist sich gemeinschaftlich zu organisieren, sich solidarisch aufeinander zu beziehen und sich Unterstützung zu holen.

Dieser Kampf geht uns alle an!

Redebeitrag AWIRO

REDEBEITRAG VOM „AWIRO“ AUF DER „WOHNRAUM FÜR UNS ALLE“-DEMO AM 24.11.18

Wir stehen hier in der Niklotstr. 5 und 6 vor den Projekthäusern des Vereins Alternatives Wohnen in Rostock, die seit Ende der 90er Jahre durch uns belebt, bewohnt und vielfältig genutzt werden.

Die Geschichte des Awiro begann jedoch schon früher und wurzelt mit den beginnenden 90er Jahren in einer Zeit, die viele Leute vor zahlreiche politische und soziale Herausforderungen stellte. Offene Nazigewalt auf der einen und der Bedarf nach sozialverträglichem Wohnraum, der gemeinsam und in einem solidarischen Einvernehmen gestaltet und verwaltet werden sollte, auf der anderen Seite – waren die Kennzeichen der Zeit und des politischen Engagements, aus welchem unter anderem der Awiro hervorging. Häuser wurden besetzt und Rückzugsorte vor Nazis verteidigt. In den Wirren dieser „wilden“ Jahre entstand der Awiro und schon bald sollten diese Häuser in der Niklotstraße zum Zentrum unserer Aktivitäten werden.

Damals wie heute heißt „alternatives Wohnen“ für uns, nach Möglichkeiten des selbstbestimmten Miteinanders abseits der sozialen Konditionierung bürgerlich-kapitalistischer Verhältnisse zu streben und insbesondere auch für all jene Leute einen Anlaufpunkt, einen Freiraum zu bieten, in dem erdacht und probiert werden kann, wie ein auf Solidarität bauendes Miteinander aussehen kann, die sich allzu oft uneinhaltbarer gesellschaftlicher Erwartungen, Diskriminierung und vorenthaltener Teilhabe ausgesetzt sahen und sehen. Darüber hinaus sollen von diesem Ort aber auch Impulse der Ermutigung ausgehen, sich sozial und politisch zu engagieren, statt lediglich festzustellen, dass diese Welt, so wie sie ist, nicht die Richtige sein kann.

Offene Projektwerkstätten, das Café Median als zentraler Anlaufpunkt, Räumlichkeiten für Plena, Vorträge, Workshops und im Grunde alle denkbaren Ideen, die lediglich auf ihre Verwirklichung warten, prägen seit jeher unser Hausprojekt, diese Straße und letztlich auch ein Stück weit den politischen Charakter dieses Stadtteils insgesamt.

Ohne Frage, wir können noch viel mehr aus diesen Häusern holen und noch viel mehr Menschen, die mit uns in dieser Nachbarschaft gemeinsam leben, sollen ermutigt werden, sich zu engagieren und unsere Projekthäuser auch als die ihren zu begreifen. Doch so schön und vielversprechend unsere Visionen einer solidarischen Nachbarschaft auch sein mögen, so groß und symptomatisch für die gesellschaftliche Ordnung und sich am Horizont abzeichnende Trendwenden sind zugleich die wegweisenden Herausforderungen, vor denen unser Projekt steht.

Als Mieter*innen der Wiro sind unsere Träume auf Pump gebaut. Der in den 90er Jahren geschlossene Rahmenmietvertrag, der die Grundlage unseres Lebens und Schaffens in diesen Häusern bildet, läuft 2023 aus. Was bei Bezug dieser Häuser als existentielle Herausforderung für den Awiro und seine Projekthäuser noch in weiter Ferne lag, liegt jetzt nur noch einen relativ kurzen Zeitraum entfernt.

Wohin überdies der gesellschaftliche Wandel geht, ist ungewiss, wie folglich auch die soziale Akzeptanz, die wir als Projekt oder eben hinsichtlich unserer selbstgewählten Lebensentwürfe erfahren. Derzeit zeigt sich Rostock bunt, laut, kreativ und zahlenmäßig überlegen gegenüber den Teilnehmer*innen der unablässlichen AfD-Mobilisierungen. Nichtsdestotrotz ist der Wind rauher geworden und die Versuche der sozialen Diskreditierung und Kriminalisierung durch die politische Rechte nehmen zu. Dies betrifft keineswegs nur uns, sondern beispielsweise auch unsere Freund*innen vom JAZ und Peter-Weiss-Haus. Auch die Gewalt und Anfeindungen durch Neonazis sind kein Gespenst aus den unübersichtlichen 90er Jahren, sondern intensivierten sich in den vergangenen zwei Jahren wieder massiv.

Entmutigen lassen wir uns davon jedoch nicht!

Wir wollen diese Häuser als links-alternative Projekthäuser über das Jahr 2023 hinaus erhalten und dem freien Markt, der uns offenkundig kein Recht auf Wohnen garantieren kann, entziehen. Um sozialverträglichen Wohnraum zu garantieren und unseren Stadtteil auf Grundlage unserer Prämissen der Toleranz, des Antirassismus und Antifaschismus, der sexuellen Selbstbestimmung und der Ablehnung kapitalisitischer Verwertungslogik aktiv mitzugestalten, haben wir uns entschlossen, die Häuser zu kaufen. Gegenwärtig befinden wir uns in Verhandlungen mit der Wiro und geben unser Bestes.

„Stoppt die Spaltung und Ausgrenzung auf dem Wohnungsmarkt!“

REDEBEITRAG VON „ROSTOCK HILFT“ AUF DER „WOHNRAUM FÜR UNS ALLE“-DEMO AM 24.11.18

Liebe Freundin und Freunde,

ich bin Tobi von ROSTOCK HILFT. Wir freuen uns, dass so viele Leute heute auf die Straße gehen, um die aktuellen Zustände in der Wonungsmarktpolitik anzuprangern.

Wir stehen jetzt vor der Zentrale der WIRO, dem wohl wichtigsten Akteur in Rostock, wenn es um die Vergabe von Wohnungen geht. Denn der WIRO gehören allein 36.000 Wohnungen. Es leben ca. 71.000 Mieter*innen in WIRO Wohnungen. Das sind damit gut ⅓ aller Menschen in Rostock. Hinzu kommen Gewerbeflächen, Parkplätze, Bürogebäude und vieles mehr, die ebenfalls im Besitz der WIRO sind.

Die WIRO befindet sich dabei zu 100% in kommunaler Hand. Der Aufsichtsrat der WIRO besteht aus Mitgliedern der Bürgerschaft. Trotz dieser vermeintlich demokratischen Kontrolle, verhält sich die WIRO aber nicht viel besser als jeder private Konzern auf dem Wohnungsmarkt.

So hat die WIRO auch in diesem Jahr wieder hunderte Wohnungen verkauft und im Jahr davor – ebenfalls durch den Verkauf von Wohnungen, aber auch durch stetig steigende Mieten – einen Gewinn von 32,9 Millionen Euro erzielt. Die Mieter gingen dabei leer aus. Auch am sozialen Wohnungsbau beteiligt sich die WIRO bislang nicht. Hier müssen kleinere Genossenschaften in Rostock einspringen.

Allgemein scheint die WIRO wenig interesse daran zu haben ihre soziale Verantwortung als kommunales Wohnungsunternehmen wahrzunehmen. Besonders zu spüren bekommen das Geflüchtete und MigrantInnen. Ohne einen deutschen Pass oder zumindest einen Daueraufenthalt bei der WIRO an eine Wohnung zu kommen, scheint fast unmöglich. Die Art und Weise mit der mit nicht-deutschen Wohnungssuchenden umgegangen wird, schwankt dabei von offen rassistisch über einem strategisch Vertröstend, bis hin zu billigen Ausreden.

So berichten uns immer wieder gerade Geflüchtete von extrem schroffen Zurückweisungen. Ein Ingenieur mit Fluchthintergrund bspw., der schon seit mittlerweile einigen Jahren in Rostock arbeitet, hat uns berichtet, dass ihm zunächst äußerst bösartig entgegengeschleudert wurde, dass sie für ihn keine Wohnung hätten, noch bevor er überhaupt seinen Ausweis vorlegte. Erst als er darauf drängte seinen Arbeitsvertrag und seine Lohnbescheide vorlegen zu dürfen, wurde die Mitarbeiterin etwas kleinlauter.

In anderen Fällen haben wir dutzenden Familien und Einzelpersonen versucht bei der Wohnungssuche zu helfen. Das Ganze lief immer relativ gleich ab. Eine deutsche Unterstützerin rief bei der WIRO wegen einer frei stehenden Wohnung an. Schnell wurde ein Besichtigungstermin vereinbart. Nachdem dann die geflüchtete Familie bei der Besichtigung die Wohnung für gut befunden hat, hieß es danach man melde sich in einigen Tagen. Die Antwort sah dann immer so aus, dass die Wohnung plötzlich nicht mehr zur Verfügung stand oder sich ein anderer Interessent gefunden habe.

Manchmal macht es die WIRO aber auch klüger und weniger offensichtlich und nimmt Geflüchtete einfach auf die Warteliste und lässt sie da bis zum St.-Nimmerleins-Tag warten. Wir kennen Personen, die seit mehr als drei Jahren auf dieser Warteliste stehen ohne ein einziges Angebot erhalten zu haben.

Anderen Personen wird erklärt, dass sie mindestens einen zwei Jahre gültigen Aufenthaltstitel benötigen. Dazu muss man wissen, dass in der Regel Aufenthaltstitel in Deutschland für ein Jahr oder drei Jahre ausgestellt werden. Und selbst diejenigen, die einen dreijährigen Titel bekommen, warten oft lange auf die tatsächliche ID-Card und werden vorher mit einem Übergangspapier abgespeist, das von der WIRO selbstverständlich nicht akzeptiert wird. Praktisch beträgt der Zeitraum in dem also ein mehr als zwei Jahre gültiger Aufenthaltstitel noch vorliegt, nur wenige Monate, so dass mit diesem Kniff einfach niemand eine Wohnung erhält.

Ohnehin ist es eine diskriminierende Praxis eine bestimmte Aufenthaltsdauer zu verlangen, denn bei deutschen Mietern weiß man ja auch nicht wie lange diese bleiben. Menschen finden neue Jobs, neue Liebschaften, suchen ihr Glück in anderen Städten, Ländern und Kontinenten. Das macht unsere Freiheitliche Gesellschaft aus. Hier Doppelstandards zu erheben ist eine schlichte Diskriminierung. Leider gibt es in Deutschland jedoch keinerlei rechtliche Praxis dagegen. Zwar gibt es ein Anti-Diskriminierungs-Gesetz, welches jedoch ein Zahnloser Tiger ist, da es enorme Lücken für verdeckte Diskriminierungen lässt und – noch viel schlimmer – keine praktischen Strafen für die Täter nach sich ziehen.

Als Mitglieder des mittlerweile aufgelösten Asylausschuss der Hansestadt Rostock das Thema immer wieder auf die Agenda setzten, war die WIRO um keine Ausrede verlegen. Die tägliche Vergabepraxis, die viele Ehren- und Hauptamtliche und vor allem die Betroffen selbst bezeugen können, wurde schlicht und einfach geleugnet. Es wurde zum einen behauptet es gäbe einfach nicht genug Wohnungen. Zum anderen erklärte der Geschäftsführer der WIRO man achte bei der Vergabe der Wohnungen darauf den sozialen Frieden zu wahren und dafür zu sorgen, dass die Mietergruppen in einem Haus gut miteinander auskommen würden.

Wer der WIRO nach gut miteinander auskommen würde, zeigt eine Studie des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung im Mai diesen Jahres. Diese zählt Rostock neben Schwerin zu der Stadt mit der größten Sozialen Spaltung bundesweit (!). Nirgendwo anders ist die soziale Durchmischung so schwach ausgeprägt wie bei uns. Hier wird auch schnell klar, dass Geflüchtete nicht die einzige betroffene Gruppe sind. Geringverdiener, Erwerbslose, Sozialhilfeempfänger und andere prekarisierte Menschen wohnen in den berüchtigten “Plattenbauvierteln” unter sich. Wenn die WIRO sich also hinstellt und erklärt es gebe eine Steuerung nach sozialen Kriterien in ihrer Wohnungsvergabepolitik, dann sehen wir wohin genau diese bewusste Steuerung geführt hat: Nämlich zu Spaltung, Ausgrenzung und Verdrängung.

Auch die Mär von den nicht vorhandenen Wohnungen hat im vergangenen Jahr der Oberbürgermeister höchst selbst entzaubert, als er nach der Kritik der Studierendenvertretung bekannt gab, dass es gut 600 freie Wohnungen gibt, was die WIRO im nachhinein bestätigte.

Die Situation macht das nur noch abstruser. Denn noch immer leben fast 200 Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften, obwohl sie längst anerkannt sind und in privaten Wohnraum ziehen dürften. Gut ⅓ der Bewohner der Sammelunterkünfte sind de facto Wohnungslos. Gleichzeitig hält die WIRO Wohnungen zurück und die Stadtpolitik schaut tatenlos zu.

Dass die WIRO für ihre spalterische Politik einen Freibrief erhält, mag aber auch der Tatsache liegen, dass sie mit ihren jährlichen Millionengewinnen die Stadtkassen aufpolieren muss. Der Oberbürgermeister aber auch das Innenministerium und weite Teile der Bürgerschaft sind nämliche große Anhänger der Ideologie der Schwarzen Null. Gleichzeitig möchte man aber auch auf Prestigeveranstaltungen, wie BUGA und Stadtjubiläum nicht verzichten. Also gibt es neben Kürzungen im Sozialbereich, exponentiell steigenden Fahrkatenpreisen für den ÖPNV, eben auch Gewinnabschöpfungen bei der WIRO. Wo die das Geld hernimmt ist klar: Privatisierung von Wohnraum in Form von Verkäufen und steigende Mieten.

Die Privatisierungen wirken sich im übrigen doppelt negativ aus. Denn viele private Vermieter sind natürlich noch deutlich schlimmer als die WIRO. Nicht selten bekommt man die Antwort “Wir vermieten nicht an Ausländer oder Arbeitslose”. Auch gibt man für die Zukunft die Kontrolle ab.

Was muss also geschehen? Wir wollen das nicht unbeantwortet lassen und einige Forderungen aufstellen:

Wir fordern von der Bürgerschaft, dem Oberbürgermeister und dem Land klare Prioritäten für eine soziale Stadt zu setzen. Wir brauchen sozialen Wohnungsbau, bezahlbaren ÖPNV und eine Strategie, um wieder mehr soziale Durchmischung zu ermöglichen. Auch und gerade im Stadtzentrum, der KTV und der Altstadt.
Wir fordern vor allem von der WIRO und damit auch von deren Lenkungsgremium dem Aufsichtsrat, der durch die Bürgerschaft bestellt wird, dass endlich ein transparentes Verfahren für die Wohnungsvergabe eingeführt wird. Wir wollen wissen auf welcher Grundlage Wohnungen vergeben werden.
Wir fordern eine aktivere Politik für die Plattenbauviertel. Diese werden immer unattraktiver, da sämtliche kulturelle und soziale Infrastruktur ins Stadtzentrum abwandert. Gleichzeitig müssen wir schauen, wie wir auch sozial benachteilgte Gruppen, wieder ins Stadtzentrum bekommen. Hier muss der soziale Wohnungsbau stattfinden. Hier müssen Stadt, Land und Studentenwerk zusammenarbeiten, um mehr Studentenwohnheime zu schaffen, da diese massiv mit Erwerbslosen, prekär beschäftigten und Migrant*innen um denselben Wohnraum konkurrieren.

Zuletzt möchten wir noch einmal betonen: ein Mangel an bezahlbaren, angemessenen Wohnraum ist keine primäre Frage von Neubau. Es ist vor allem eine Frage von Verteilung und der Frage von politischen Willen. Wir hoffen diese Demo ist nicht das Ende des aufbegehrens gegen die unsoziale Politik in dieser Stadt, sondern der erst der Beginn. Lasst uns gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft und eine soziale Stadt für alle kämpfen.

Kontakt mit ROSTOCK HILFT:

Heute ist nicht alle Tage….

Liebe Leute,
schon sind wir mitten drin in 2019 und die „Wohnraum für alle“-Demo liegt bereits eine gefühlte Ewigkeit zurück. Auch wenn schon ein paar Wochen ins Land gezogen sind möchten wir uns nochmal bei den 250 Menschen bedanken, die bunt und lautstark mit uns durch Rostock gezogen sind!
Unsere geliebte Budhilde steht nun traurig leer und bietet keinen Menschen mehr ein warmes Zuhause in diesem stürmischen Rostocker Winter. Weil wir alle in letzter Zeit viel mit den ganz konkreten Folgen unserer Verdrängung und dem Organisieren von mehr oder weniger provisorischen Ersatz-Zuhausen beschäftigt waren, war es in den letzten Wochen recht ruhig um uns und diesen Blog. Das soll sich aber in den kommenden Monaten wieder ändern. Denn die Budhilde soll weiter gehen und die Demonstration nur der Anfang sein für einen entschlossenen Kampf für bezahlbare Mieten und Freiräume in Rostock. Weiterhin freuen wir uns über Tipps für potentielle Räumlichkeiten in und um Rostock die für die Weiterführung unseres Gemeinschaftsprojekts interessant sein könnten! (Siehe dazu auch unsere PM vom 02.11.2018.)

Zu Beginn wollen wir aber noch einmal kurz die Demo Revue passieren lassen, in Form einer kleinen Presseschau:

Artikel in der Ostsee-Zeitung vom 24.11.18 mit Video unserer Fenstertheater-Aktion

Artikel in der NNN vom 24.11.18

Flickr-Album mit wunderbaren Demofotos vom Bildwerk Rostock

Außerdem werden wir in den kommenden Tagen an dieser Stelle nach und nach die Redebeiträge der „Wohnraum für alle“– Demonstration dokumentieren.

In diesem Sinne auf ein inspirierendes, kämpferisches und solidarisches 2019!

Eure Budhilde-Crew

Demo: WOHNRAUM FÜR UNS ALLE!

Aufruf zur Wohnparade am 24.11.2018:
WOHNRAUM FÜR UNS ALLE – GEGEN HOHE MIETEN, VERDRÄNGUNG UND VEREINZELUNG

(ENGLISH, DARI, ARABIC AND FRENCH VERSION BELOW)

Das Jahr 2018 war ein schlechtes Jahr für alternative und gemeinschaftliche Wohnformen in Rostock. Im Sommer mussten die Bewohner_innen der Niklotstraße 7 ausziehen und Ende November sind die Bewohner_innen der Budhilde in der Budapester Straße 35 dazu gezwungen ihr Zuhause verlassen. Auch der awiro e.V. muss momentan für den Erhalt und die Übernahme seines Hauses kämpfen. Doch nicht nur alternative Wohnformen sind von Verdrängung aus den innerstädtischen Vierteln betroffen, sondern Wohnungsknappheit und steigende Mieten sind Probleme, die uns nahezu alle betreffen. Um in bestimmten Stadtteilen eine bezahlbare Wohnung zu finden, braucht es mittlerweile mehr als nur Glück – andernfalls bleibt für Viele oft nur das Wohnen am Rande der Stadt.

Wohnen wird mehr und mehr zur Sozialen Frage. Die steigende Mietbelastung trifft insbesondere Menschen mit geringem Einkommen, darunter vor allem alleinerziehende Frauen und Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund. Aktuelle Studien belegen, dass in keiner anderen deutschen Großstadt die Stadtteile so stark nach dem Einkommen aufgeteilt sind, wie in Rostock. Dass das Grundrecht auf Wohnen von finanziellen Möglichkeiten abhängt, folgt dabei keiner Gesetzmäßigkeit, sondern ist das Resultat von politischen Entscheidungen. Die Konsequenz ist eine über Jahre zementierte soziale Spaltung unserer Stadtgesellschaft. Mit Blick auf die kommenden Kommunalwahlen 2019 und den von der Stadt angestoßenen Prozess zur Entwicklung des sogenannten „Zukunftsplans 2035″, ist es an der Zeit gemeinsam klare Positionen zur Rostocker Stadtentwicklung zu beziehen!

Daher fordern wir:

> Mehr sozialen Wohnungsbau, auch zentrumsnah, der aktiv der sozialen Aufspaltung entgegenwirkt!
Unsere Stadt soll vielfältig sein – in jedem Stadtteil!

> Schluss mit steigenden Mieten und Immobilienspekulation!
Wohnungen sind Lebensräume und keine Geldanlage!

> Wohnungen sind für alle da!
Gegen die diskriminierende Vergabepraxis von Wohnraum!

> Das städtische Leben darf sich nicht nur nach den Interessen eines Marktes richten!
Mehr unkommerzielle Freiräume, für eine lebenswerte Stadt!

> Eine Stadtentwicklung, die alle Formen des Zusammenlebens berücksichtigt!
Gemeinschaftliche, selbstverwaltete Wohnprojekte müssen Teil einer modernen Stadtgesellschaft sein!

Um unsere Kritik und Forderungen kreativ und lautstark in die Stadtgesellschaft zu tragen, wollen wir mitmittels eines mobilen Wohnzimmers mit allen Menschen, die von steigenden Mieten, Wohnungsnot, diskriminierender Wohnraumvergabe oder Verdrängung betroffen sind, solidarisch auf die Straße gehen. Wir wollen nicht weiter schweigend bloß dabei zusehen wie unsere Stadt allein durch Profitinteressen umgestaltet wird.

Dafür treffen wir uns am 24.11.2018 um 12.00 Uhr vor der Budhilde (Budapesterstr. 35) in der KTV, um stellvertretend für die Problematik Vieler auf die aktuelle Verdrängungs-Situation der Bewohner_innen aufmerksam zumachen.
Schließt euch uns an, seid bunt und bringt einen Einrichtungsgegenstand für unser mobiles Wohnzimmer mit. Lasst uns gemeinsam die Räume der Stadt nehmen und beleben. Denn das ist auch unsere Stadt!

Mail-Kontakt für alles rund um die Demo:

wohnraumhro@systemausfall.org

---------------------- ENGLISH ----------------------

--- Everyone deserves a place to live! Fight against high rents, displacement, and isolation! ---
So far 2018 has been a poor year for shared and alternative housing in Rostock. The residents of Niklotstr. 7 had to leave their home in the summer, and everyone living at the housing project ‘Budhilde‘ at Budapester Str. 35 is being forced to move out at the end of November. The awiro e.V. (alternative living and housing association in Rostock) is currently struggling to allow them to
stay in their building.
The displacement of residents out of urban centres does not just affect alternative housing projects. Nearly everyone is affected by rising rents and the scarcity of housing. It is nearly impossible to find an affordable place to live in the city. For most of us the only option is to move to the outskirts.
Housing is increasingly becoming an urgent social issue. The groups that are most affected by increasing rents are people with low incomes, in particular single mothers, refugees and people with migration backgrounds. Studies indicate that Rostock is the city in Germany with the greatest income-based division between its neigbourhoods. It is not a natural law that decent housing is tied to financial means, but the result of a series of political decisions. The rising cost of housing is creating a widening social gap within the city’s community. With the upcoming municipal elections and the city administration’s planned goals for their ‘agenda 2035’ in mind, it is time to take a strong stand on the issue of urban development in Rostock.

This is what we want:
> More social housing, especially in the central area of the city, to actively counter social division!
Diversity in the city – in every quarter!

> No more skyrocketing rents and real estate speculation! Housing and public space are not financial investments!

> Flats and housing for everyone – No more discrimination in the selection of who gets to live where!

> Urban living is not to be dictated by business interests! More non-commercial spaces – for a city worth living in!

> An urban development that considers all forms of community living! Collective, self-governed housing projects must be part of a modern urban society!

To voice our criticism and our demands loudly and creatively, we will take to the streets with a mobile living room. We will show solidarity and march with everyone affected by displacement, rising rents, the housing shortage, discrimination in the provision of housing. We will no longer stand idly by as our city is being rearranged by interests of profit.
The protest march will start on 24 November at 12 o’clock at the ‘Budhilde’ housing project (Budapester Str. 35) to call attention to the situation of the residents that have to move out soon.
Join us, be loud, be colourful and bring an item of furniture/fixture for our mobile living room. Together let us take the spaces of the city and fill them with life. For it is our city, too!

For more information see http://budhilde.blogsport.de
or write to us: wohnraumhro@systemausfall.org

----------------------------- dari ----------------------------

‎ با ما هم صدا شويد و به رژهء مسكّن بپيونديد!
همه سزاوارِ زندگي است، ما عليه انزوا و قيمت گزاف كرايهء مسكّن مبارزه ميكنيم .
سال ٢٠١٨ يك سال سخت و دشوار براي دريافت مسكن مشترك
هاي مشترك و مستقل در روستوك بود. ساكنين نيكول ستراسي درين تابستان خانهء خود را ترك ميكردند و كسانيكه درين محل زندگي ميكنند بايد
تا آخر نوامبر خانه را تخليه كنند.
(Budhilde“ در Budapester Straße 35)
بناءً؛ انجمن جايگزين زندگي يا „e.V“ ساكنين Budhilde “ را حمايت ميكند تا بتوانند در مسكّن خويش بمانند.
جابجایی ساكنين در خارج ازمركزشهر تنها بر پروژه های جایگزین مسکن تاثیر نمی گذارد. تقریبا همه افراد تحت تاثیر افزایش اجاره و کمبود مسکن هستند.
غیرممکن است که یک مکان حد اقل براي زندگی در شهر
‎پيدا شود.
‎ تنها گزينهء جايگزيني به حومه هاي شهربراي مان باقي مانده است.
‎مسکن به طور فزاینده ای تبدیل به یک مسئله اجتماعی فوری می شود. گروه هایی که بیشتر تحت تاثیر افزایش اجاره هستند افرادی هستند که درآمد کم تر دارند
مانند مادران بي سرپرست، مهاجرين، آنهاييكه براي أقامت آمده اند و همچنان دانشجويان.
نظر سنجي نشان ميدهد كه شهر روستوك يكي از شهر هاي داراي در آمد قابل ملاحظه در آلمان ميباشد، بدين لحاظ اين بدان معني نيست كه همهء باشندگان داراي مسكّن مناسب استند.
بلكه اينها نتيجهء يك سري تصميمات سياسي بوده تا از طريق بلند بردن أجارهء مسكن باعث رشد اقتصادي شهر گردد. البته افزايش هزينهء مسكن موجب شگاف عميق اجتماعي در جامعه ميشود.
با در نظر داشت انتخابات شهر دار و والي شهر روستوك برنامه ريزي توسعهء شهري را تا ٢٠٣٥ دولت در آجنداي خويش قرار بدهد
و اين فرصتي است برايمان تا متحدانه ايستاد و شويم و براي استقرار توسعهء شهر روستوك مبارزه كنيم.

خواست مان:
• مسكن اجتماعي بيشتر، مخصوصاً در مناطق مركزي شهر!
• برابري و تنوع در همهء نقاط شهر!
• بدون اجاره هاي هاي گزاف املاك!
• مناطق اجتماعي و مسكوني محل تجارت و سرمايه گذاري نيست!
• آپارتمان ها و مساكن براي همه!
• بدون تبعيض، هر شخص حق داشته باشد هر جا خواسته باشد زندگي كند!
• زندگي شهري نبايد تحت تاثير منافع تجاري قرار گيرد!
• توسعهء شهري كه تمام بخش هاي جامعه را در نظر بگيرد!
• پروژه هاي مسكوني بايد بخشي از جامعهء مدرن شهري باشد!

‎برای انتقاد و خواسته های مان با صدای بلند، خلاقيت مان را باساختن اطاق كوچك مبايل نشان ميدهيم و به خيابان ها ميرويم.
همبستگي و راهپيمايي مان با همهء آنانيكه تحت تاثير نبود مسكن، گزاف بودن كرايه و تبعيض در زمينهء مسكن دارند نشان خواهيم داد وعليه آنانيكه منافع خويش را نسبت به شهر واجتماع ترجيح ميدهند ايستاد خواهيم شد.

وعدهء راهپيمايي اعتراضي مان:
24.November 2018
ساعت : 12:00 ظهر
آدرس : Budapester Straße 35 „Budhilde “

نوت: تا باشد براي وضعيت آنانيكه درين محل زندگي ميكنند توجه جدي صورت گيرد!

پس با ما بپيونديد و همه با صداي بلند هم صدا شويد.
همچنان هر نوع وسائل از قبيل لوازم جانبي براي يك „اطاق نشينمن „كه ميتوانيد با خود بياوريد.
همه با هم يكجا شده ونشان دهيم كه مايان نيز درين شهر زندگي ميكنيم.
براي معلومات بيشتر لطفاً به لينك زير مراجعه نماييد!

email:
wohnraumhro@systemausfall.org

----------------------- arabic -----------------

دعوة الى التظاهر احتجاجا في المدينة بتاريخ 24/11/2018

نحن نريد سكنا للجميع . نحن ضد دفع المال الكثير من أجل تأمين السكن . لا نريد أن نجبر على الانتقال او السكن في أماكن لا تناسبنا . هذا العام كان سيئا على المجموعات التي تعيش معا . هذ الصيف في روستوك اضطر المقيمين في شارع (نيكلو شتراسي) للانتقال وفي نهاية شهر نوفمبر سوف يضطر ايضا المقيمين في ال ( بودهيلدي ) في شارع ( بودابستر شتراسي ) الى الانتقال . أيضا من الصعب جدا على منظمة(أ فيرو) البقاء في مسكنهم
المشكلة ليست فقط في تأمين السكن للمجموعات البشرية. لكن في روستوك صعب جدا تأمين سكن بدون دفع الكثير من المال. واذا لم تكن محظوظا جدا فلن تجد سكنا في حي جميل من أجل العيش فيه . هذا ما اضطر الكثير من الناس
.للسكن في اطراف المدينة لان السكن داخل المدينة باهظ الثمن

كيف تكون الحياة الاجتماعية في روستوك؟ القيل من الناس من يستطيع دفع المال من اجل السكن. اما النسبة الاكبر من الناس لا يوجد لديهم دخل مرتفع من اعمالهم او وظائفهم ولذلك لا تستطيع غالبية المجتمع دفع الكثير من المال من اجل السكن على سبيل المثال فالاهل المعيلين للاطفال او الاشخاص من أصول مهاجرة او طالبي الحماية واللجوء هؤلاء غير قادرين على دفع المال الكثير من اجل السكن
انه من غير العادل أن يضطر الانسان للسكن في الاحياء الفقيرة لعدم قدرته على دفع المال مقابل السكن الجيد . في روستوك نعيش جميعا مع بعض . الجميع متساوين بغض النظر عن الوضع المادي للاشخاص . هناك دراسة تقول انه في بعض المدن الالمانية يوجد تقسيم واضح للعيان ويوجد تفرقة حسب الوضع المادي للاشخاص . وهذا الشيء غير جيد على الاطلاق . اما السياسة في روستوك. هل تستطيع تغير هذا الحال !
يوجد خطة مستقبلية لعام 2035 . ومن اجل هذه الخطة نضع :الاقتراحات والتوصيات التالي
العمل على تأمين وحدات سكنية وبشكل خاص في الاماكن1
القريبة من مركز المدينة على أن لا تكون هذه المساكن غالية التكاليف حتى يستطيع الجميع العيش بسلام مع بعضهم في روستوك حيث لا تفرقة بين الغني او الفقير

2العمل على ايقاف الفئة القليلة التي تملك المال من التحكم في مصير الفقراء عن طريق دفع المال الكثير من اجل السكن لان ذلك يضر مجتمعنا
3 السكن من اجل حياة كريمة وليس مجال للتجارة وجني المال والسكن حق للجميع
4 العمل على محاربة التمييز والتفرقة بين البشر . لكل شخص الحق بحياة كريمة وهادئة
5 احترام حرية الاشخاص وخياراتهم في السكن سواء كان في مجموعات او في السيارات او السفن او في منازل او حتى على الاشجار فالانسان له حرية الحياة الكريمة شريطة عدم ايذاء الانسانية
6 احترام حقنا في الحياة باختلاف على مانحن علية من انسانيتنا وليس كما يريد لنا الاقتصاد ان نعيش

لأننا نريد التغيير في روستوك، نقوم بتنظيم مظاهرة.
بالإضافة إلى ذلك سنقوم بجلب بعض أثاث المنزل وجرها في المدينة. الدعوة عامة!
نلتقي بتاريخ 24.11.2018 الساعة 12:00
Budapester Straße35 KTV مقابل

نيكلو شتراسي Niklotstraße 7
بودهيلدي Budhilde
بودابستر شتراسي Budapester Straße 35
أ فيرو awiro e.V

-----------------------français -------------------------
Appel pour la manifestation sur les conditions de logement le Samedi 24/11/2018

ESPACE DE VIE POUR NOUS TOUS – CONTRE LA HAUSSE DES LOYERS, LA CONCURRENCE ET DEPLACEMENT SANS MERCI ET L‘ISOLEMENT

L‘année 2018 a été une mauvaise année pour les modes de vie alternatifs et communautaires à Rostock.
En été, les habitants de Niklotstraße 7 ont dû déménager et, fin novembre, les habitants de Budapester Straße 35 sont contraints de quitter leur domicile.
En outre, l‘association « awiro e.V. » doit actuellement se battre pour la préservation et la prise de contrôle de sa maison. Mais non seulement les formes de logement alternatives sont affectées par l‘éviction des quartiers du centre-ville, mais la pénurie de logements et la hausse des loyers sont des problèmes qui nous touchent presque tous.
Pour trouver un logement abordable dans certains quartiers, il faut plus que de la chance – sinon, pour beaucoup, il ne reste souvent que la banlieue de la ville.

L‘habitation devient de plus en plus un problème social. Le charge croissant des loyers elevés affecte les personnes à faible revenu, en particulier les seuls parents et des migrants et refugiés.
Des études récentes montrent que dans aucune autre grande ville allemande, les quartiers sont divisés autant par le revenu que dans Rostock. Le fait que le droit fondamental au logement dépende des possibilités financières ne répond à aucune exigence légale, mais résulte de décisions politiques. La conséquence est une division sociale de notre société urbaine qui est cimentée depuis des années. Compte tenu des prochaines élections municipales de 2019 et du processus engagé par la ville pour élaborer le « plan futur 2035 », il est temps de définir ensemble des positions claires sur le développement urbain de Rostock!

C‘est pourquoi nous exigeons:

plus de logements sociaux, également proches du centre, qui combattent activement le clivage social!

Notre ville devrait être diversifiée – dans chaque district!

Arrêtez la hausse des loyers et la spéculation immobilière!

Les appartements sont des espaces de vie et aucun investissement!

Les appartements sont là pour tout le monde!

Contre les pratiques discriminatoires en matière de logement!
La vie urbaine ne devrait pas être basée uniquement sur les intérêts d‘un marché!

Plus d‘espaces ouverts non commerciaux, pour une ville habitable!
Un développement urbain qui prend en compte toutes les formes de vie commune!

Les logements partagés et autogérés doivent faire partie d‘une société urbaine moderne!

Afin de véhiculer nos critiques et nos revendications de manière créative et bruyante dans la société urbaine, nous souhaitons utiliser un salon mobile avec toutes les personnes touchées par la hausse des loyers, la pénurie de logements, le logement discriminatoire ou la répression, par solidarité dans la rue. Nous ne voulons pas continuer à regarder en silence alors que notre ville est transformée par des intérêts lucratifs.

Pour cela, nous nous réunirons le Samedi 24/11/2018 à 12h00 devant la Budhilde (Budapesterstr. 35) au KTV, afin de représenter le problème de nombreuses personnes et d‘attirer l‘attention sur la situation de déplacement actuelle des résidents. Rejoignez-nous, soyez colorés et apportez un meuble pour notre salon mobile.
Ensemble, prenons et faisons revivre les salles de la ville. Parce que c‘est notre ville aussi!

Pour plus d‘informations, regardez sous http://budhilde.blogsport.de ou écrivez-nous :
wohnraumhro@systemausfall.org



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